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DS23ie - zu mager
- Oliver
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bin gerade auf einem Roadtrip in Deutschland mit meiner seit 31 Jahren in unserer Hand befindlichen 23ie, war auch glücklicher Besucher beim Workshop in Erlangen 2017, nun folgender Fehler:
- Auto wurde in den letzten 12 Monaten sehr wenig bewegt, mein Vater (der ursprüngliche Besitzer) ist gestorben und ich konnte mich nicht gleich um das Auto kümmern
- gelegentliche Stadtfahrten, dabei war offensichtlich zunächst der Zusatzluftschieber fest (warm meist zu hoher Leerlauf), das spielte sich dann aber wieder ein
- nun 600 km von Dresden nach Köln, Autobahn mit 120 - 140 km/h, bei Gießen dann nicht mehr wirklich Leistung, als wenn gelegentlich ein Zylinder ausfällt.
- Am Samstag vormittag daher beim Bosch classic Fetzer in Gießen folgende Diagnosen:
--> CO wesentlich zu niedrig 0,08%, gleichzeitig HC hoch 2000 ppm --> Motor läuft wesentlich zu mager
--> Zündung mit Bosch Motoroszi überprüft, alles gut, bei abgezogenem Zündkerzenstecker 38 kV Maximalspannung
--> Ansteuersignale an den Einspritzdüsen einwandfrei, ca 13 Volt Spitze.
--> Zündanlage und "Gebiss" sind elektronisch und funktionieren einwandfrei
--> Ansauganlage ist dicht
--> Benzindruck gemessen: 2,0 bar
--> versuchsweises Verstellen des Potis am Steuergerät führt zu keiner Änderung des CO
--> Abziehen des Lufttemperatursensors führt zu 0,2% CO, 1000 ppm HC, Motor läuft nun rund, springt gut an, auch Warmlaufphase wunderbar, Motor hat wieder Leistung.
Rückblickend hat sich der Fehler über wenige hundert km Fahrt "eingeschlichen", ist also nicht plötzlich aufgetreten. Denn: für die 420 km von Dresden nach Köln wurden 41 l Benzin verbraucht (also knapp unter 10 l/100km); das ist zu wenig, normal wären 11 - 12 l/100km.
Der Fehler ist auch offensichtlich nicht durch falsche Wartung / Reparatur entstanden, denn die Historie des Autos ist mir gut bekannt.
Aber: so kann das natürlich nicht bleiben. Verbaut ist ein Steuergerät 0280000047, es war vor einigen Jahren bei Volker im Test (alles i.O., damals). Der Saugrohrdruckfühler ist der, der schon immer eingebaut war, leider kann ich keine Nummer darauf finden, jedenfalls ist er nicht "befummelt" worden. Ein Bild füge ich bei.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich noch einen guten Tip bekommen könnte.
Danke und viele Grüße,
Oliver
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- nordfisch
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war denn der Kraftstoffdruck konstant, auch unter Last?
Ob sich Schmutzpartikel gelöst haben und jetzt vor den Düsen sitzen?
Wenn der SDF undicht wäre, würde sie zu fett laufen - würde er irgendwie klemmen, würde sie wohl eher gar nicht mehr ausserhalb des Leerlaufs laufen.
Ich würde jedenfalls im Bereich der Kraftstoffversorgung suchen.
Gruß
Norbert
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- Oliver
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der Kraftstoffdruck war konstant bei Leerlauf - erhöhtem Leerlauf, aber natürlich gab es keine Last auf dem Motor - meinst Du, dass ich einmal mit eingebautem Manometer eine Probefahrt machen sollte?
Schmutz vor den Düsen: dann müsste ein Zylinder wahrscheinlich schlechter sein als die anderen, oder? Reihum abziehen der Zündkabel ergab nicht, dass ein Zylinder besonders schlecht wäre.
Viele Grüße,
Oliver
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- Oliver
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- nordfisch
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Wenn sich Düsen (am Sieb) zusetzen, dann immer alle.
Ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber dein Fehler ist auch merkwürdig.
Habt ihr mal den Widerstand des Wassertemperatursensors am Steuergerätestecker gemessen? Wenn der auf Masse liegt, wird extrem abgemagert.
Gruß
Norbert
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- Oliver
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Oliver
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- Dr-DJet
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- Dr-DJet repariert und sammelt alles! :-)
auch wenn Dein Motor mit CO zu mager läuft, so verbrennt er nicht alles Benzin, das er bekommt. 2000 HV ist viel zu viel. Mit einem Hermann Tester würde man sehen können, wie die Verbrennung auf jedem Zylinder ist. Das sollte Bosch Fetzer mal analysieren.
Viele Schraubergrüße - best regards, Dr-DJet Volker
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- Oliver
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so, nun bin ich endlich etwas schlauer:
- die August-Tage ist das Auto brav im Dauerregen gefahren, der Fehler wurde nicht besser, bei dem Wetter am Straßenrand zu schrauben aber auch keine gute Idee
- jetzt habe ich Möglichkeiten...
- Wassertemperatursensor: hat realistische Widerstandswerte.
- Ansaugbrücke demontiert, um überhaupt an die Einspritzdüsen heranzukommen, dabei einige Schläuche gefunden (z.B. von Zusatzluftschieber), bei denen die Werkstatt zuletzt die Schellen "vergessen" hat, und die etwas locker sitzen: evtl Nebenluft
- Ventilspiel eingestellt (bietet sich an, wenn man schon soweit ist): die letzte Werkstatt hatte E/A auf 0,45/0,50 eingestellt (soll: 0,15/0,20).
- Zündkerzen recht gleichmäßig (siehe Photo)
- Einspritzdüsen nach stundenlanger Prokelei endlich ausgebaut: eine war mit Gewalt montiert, defekter Dichtring (Photo) --> Nebenluft?
Als nächstes noch ein Durchflusstest durch die Düsen, aber jetzt regnet es erst einmal wieder...
Viele Grüße,
Oliver
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- Oliver
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nun läuft das Auto wieder, besser als vorher, aber immer noch mit abgezogenem Lufttemperatursensor - mit angestecktem Sensor neigt der Motor wieder zu unrundem Lauf.
Insgesamt hat zum Guten beigetragen:
- alle Schellen von Luftschläuchen (und Benzinschläuchen) erneuert, da könnte die eine oder andere kleine Nebenluftquelle gewesen sein
- Gaszug neu eingestellt, hatte im Leerlauf kein Spiel, dh, Drosselklappe schloss nicht immer vollständig, dazu natürlich DKS nachjustiert
- Alle Einspritzdüsen auf Durchfluss geprüft: am Benzinsystem des Autos (Druck: 2,0 bar) alle Düsen 400 +/- 20 ml pro Minute, also eher am oberen Ende des Sollbereiches. Alle haben ein sauberes Spritzbild
- Ventilspiel eingestellt, war durchgehend 0,4 - 0,5 mm (war zuletzt in der Fachwerkstatt gemacht worden....), nun ist der Motorlauf sehr viel leiser..
Motor springt damit gut an, läuft kalt wie warm gut, sauberer Leerlauf kalt wie warm, gute Gasannahme, alles gut - solange der Lufttemperatursensor abgezogen ist... Druckfühler ist der richtige Typ (0280100048); Steuergerät auch (0280000047).
Jetzt verbleibe ich ratlos und bin für weitere Hinweise dankbar.
Viele Grüße,
Oliver
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- Dr-DJet
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- Dr-DJet repariert und sammelt alles! :-)
da hast Du ja schon einiges gefunden. Beim Workshop würden wir jetzt einen Nebeltest machen, um letzte Undichtigkeiten der Ansaugbrücke zu finden. Nur die Reinigung der EV können wir da nicht machen.
Viele Schraubergrüße - best regards, Dr-DJet Volker
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- nordfisch
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du hattest doch auch einen zu hohen HC-Wert = unvollständige Verbrennung.
Was an deiner DS offenbar nicht original ist, ist der Verteiler. Da würde ich weiter suchen. Erstmal, ob die Zündverstellung wirklich so funktioniert, wie es sein soll und auch, ob das Triggersignal vernünftig generiert wird und auch seitenrichtig angeschlossen ist.
Hast du noch den originalen Verteiler? Ich denke, die werden oft vorschnell gegen ein neues, vermeintlich besseres System ausgetauscht, das aber auch Nachteile besitzt wie den, dass die Triggersignale zu oft und nicht zum richtigen Zeitpunkt generiert werden.
Dass das Steuergerät normalerweise mit diesen falschen (doppelten) Signalen klar kommt, verwundert schon sehr - vielleicht schafft gerade dein Steuergerät das nicht.
Wenn vorhanden, bau doch den Originalverteiler wieder ein oder besorge dir einen.
Ich sehe eine realistische Chance, dass dies die Ursache ist.
Gruß
Norbert
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- Oliver
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danke, das ist wirklich eine interessante These. Sobald ich zu Hause bin, werde ich die Zündverstellkurve "abblitzen" und, das ist wohl der wichtigste Punkte, die Triggersignale prüfen, d.h., bei welcher Stellung des Verteilerfingers wird welcher Trigger (Gruppe 1 oder Gruppe 2) ausgelöst. Dieser elektronsiche Verteiler ist schon einige Jahre drin, aber so ganz ganz super fuhr das Auto eigentlich nie...
Den alten Verteiler muss ich suchen, evtl ist er noch da, wie schon eingangs geschrieben, habe ich das Auto zusammen mit der dazugehörigen Teilesammlung aus 30 Jahren Besitz kürzlich erst geerbt.
Wie auch immer: danke für den Tip und ich werde berichten.
Oliver
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- Oliver
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danke - was ich in Deinem Artikel über den Druckfühler DF verstanden habe: niemals Überdruck auf den DF geben - würdest Du vor einem Nebeltest also den DF einfach abtrennen und den Schlauch dahin verschließen?
Am meinem anderen Auto, das auch mit Turbolader unterwegs ist (also Überdruck im System ganz normal ist), habe ich Undichtigkeiten schon mit einfachen 0,3 bar Pressluft gut gefunden...
Viele Grüße,
Oliver
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- hgk
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die 123 tut dem Motor gut. Beim originalen Verteiler muß man alle 3000 - 5000 km den Schließwinkel einstellen, damit die Dame vernünftig läuft.
HC kann auch von Verschleiß kommen. Mach doch mal eine Kompressionsmessung mit Leckage.
Die Ansaugtrichter verschließe ich lieber mit den Kappen von Spraydosen (Foto).
Die Lappen sind auch schnell mal im Motor verschwunden, wenn doch mal einer den Starter betätigt, z.B. für Schließwinkelmessung ...
MIt sonnigen Grüßen
Hans
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- Dr-DJet
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- Dr-DJet repariert und sammelt alles! :-)
beim Nebeltest gibt man nur sehr wenig Druck auf den Ansaugraum. Das hält die Membran im Druckfühler aus.
Ich würde statt zu 123 Ignition immer zu kontaktloser Zündung via Fullmax oder Pertronix raten, wenn es keine originale Transistorzündung wie bei den Mercedes-Benz gibt. Dann verstellt sich da auch kein Schließwinkel mehr. Eine 123 versteckt alle wirklichen Fehler, bis plötzlich gar nichts mehr geht.
Viele Schraubergrüße - best regards, Dr-DJet Volker
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- hgk
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Moin,Hallo,
Ich würde statt zu 123 Ignition immer zu kontaktloser Zündung via Fullmax oder Pertronix raten...
Dann verstellt sich da auch kein Schließwinkel mehr. Eine 123 versteckt alle wirklichen Fehler, bis plötzlich gar nichts mehr geht.
das würde ich auch raten, aber jetzt hat er die 123 schon drin.
Wenn meine inzwischen 17 Jahre alte den Geist aufgibt, mache ich das auch.
Kannst Du das mit den wirklichen Fehlern etwas präzisieren?
Wirklich ärgerlich bei der 123 ist, daß der Hersteller seit 2 Jahren nicht in der Lage sind, eine Ersatzklammer für die Verteilerklappe zu liefern.
Weder der Hersteller noch der deutsche Händler, ein Trauerspiel!
Mit sonnigen Grüßen
Hans
ps.: Originalverteiler liegt bei mir immer im Kofferraum, ebenso wie Hauptdruckleitung, Benzinschläuche und passende Schellen ...
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